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Pastor Brilling ist vom 27.06. – 26.07.2020 im Urlaub. Beerdigungsvertretung für diesen Zeitraum übernehmen:

vom 27.06. – 19.07.2020   Pfarrer G. Hinke aus Letzlingen Tel. 039088 245

vom 20.07. – 26.07.2020   Pfarrer G. Vogel aus Rohrberg Tel. 039000 90670

 

Jahreslosung 2020:

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!   Markus 9,24

 

Monatsspruch Juli

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss“ Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

  1. Könige 19,7

 

Liebe Gemeindeglieder und Freunde des Pfarrbereiches Kloster Neuendorf!

Nun sind leider Umstände eingetreten, die dazu geführt haben, dass wir alle nicht mehr wissen, wann wir uns das nächste Mal in unseren Gotteshäusern, zu einem Gottesdienst zusammenfinden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir nicht planen. Ich habe mit den Ältesten auf technischem Wege Rücksprache gehalten und Dank der vielen verschieden Perspektiven bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir unseren Gemeindebrief wie gewohnt fertig stellen. Wenn Veranstaltungen aus gegebenem Anlass ausfallen müssen, dann werden Sie das alle verstehen. Sollten sich die derzeitigen Regeln aber ändern und wir haben nichts festgelegt, dann ist es nicht ganz so einfach, alles kurzfristig zu planen, da Sie alle auch Ihre Planungen haben, auch wenn die zur Zeit wahrscheinlich anders ablaufen als sonst.

Zurzeit ist es nicht erlaubt, Gottesdienste zu feiern, mit Ausnahme von Trauerfeiern. Aber auch diese werden nicht mehr in Trauerhallen oder Kirchen gehalten, sondern im Freien und die Bestatter haben sich darauf eingerichtet.

Die Landeskirche hat verschiedene Aktionen ins Leben gerufen. So können wir 19.00 Uhr die Glocken in unseren Gemeinden läuten lassen und Kerzen in unsere Fenster stellen, um uns mit all den Menschen zu solidarisieren, die sehr in Sorge sind, was die Coronaproblematik betrifft.

Wie Sie aus der Presse wissen, sind die Auflagen noch verschärft worden. Schön, dass so viele Menschen vernünftig sind und sich daran halten. Und ich möchte an dieser Stelle auch all den Menschen danken, die ihrer Arbeit nachgehen und sich darum kümmern, dass das Leben in diesem Land irgendwie weitergeht, dass Menschen versorgt und gepflegt werden und, und, und.

Einige von Ihnen, deren Kinder oder Verwandte nicht in der Nähe wohnen, wissen vielleicht nicht mehr, wie sie sich unter diesen Umständen versorgen sollen, oder auch mit wem sie reden können, wenn niemand mehr vorbei schaut. Das ist eine noch ganz andere Form von Einsam sein.

An dieser Stelle wollen wir Ihnen, als Gemeindekirchenrat, anbieten, sich bei Ihren Kirchenältesten zu melden, wenn Sie Hilfe benötigen.

 

Ich weiß nicht, wer von Ihnen morgens ein Wort aus der Schrift liest, wer mit den Losungen lebt. Wir lesen sie unter diesen Umständen noch einmal mit ganz anderen Augen und freuen uns, wenn uns Sätze wie dieser, mit in den Tag gegeben werden. „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ Psalm 27, Vers 5. Für mich hat dieser Satz etwas sehr Tröstliches.

Ich weiß nicht, was Sie zurzeit alles machen, aber ich räume zum Beispiel mein Arbeitszimmer in Kloster aus, da das in diesem Jahr renoviert werden soll. Der Maler wird wahrscheinlich erst im Juni kommen, aber jetzt habe ich dafür Zeit und kann das in aller Ruhe machen. Dann fallen mir gelegentlich Lieder ein, auch zur jetzigen Situation, oder ich bringe schon vorhandene Lieder in Noten, damit sie auch von anderen Menschen gespielt oder gesungen werden können.

Ab und zu verschicke ich auch Lieder an Bekannte und Freunde. Ein Kollege, der im Rahmen einer Weiterbildung mal mein Dozent war, bedankte sich für eines der Lieder mit einer wunderbaren Geschichte, die ich gern mit Ihnen teilen möchte:

Im denkwürdigen Frühling des Jahres 2020, als der Corona-Virus das ganze Land, ja ganz Europa und viele weitere Länder der Erde in Turbulenzen stürzte und auf Anordnung staatlicher Behörden das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen kam, als Kindergärten und Schulen, Kirchen und Kneipen geschlossen waren, Reisen abgesagt und Versammlungen und auch alle sonstigen sozialen Kontakte verboten wurden, blieb mein Onkel Fritz an einem sonnigen Nachmittag bei einem Spaziergang überwältigt vor einem üppig blühenden Magnolienbaum stehen. Eine Frau stand ebenfalls staunend vor diesem Blütenwunder und sagte: „Man sollte meinen, dass die Welt noch in Ordnung wäre.“ Onkel Fritz überlegte kurz und antwortete: „Wissen Sie, die Welt ist nach wie vor in Ordnung. Gottes Schöpfung folgt ihren unabänderlichen Gesetzen. Nur wir Menschen meinen immer noch, es müsse alles nach unserer Ordnung, nach unseren Gesetzen gehen.“ Und dann fügte mein Onkel leise hinzu: „Uns ist eine besondere Fastenzeit auferlegt. Die Schöpfung aber atmet auf.“     (Werner Posner, 17.03.2020)

Der Monatsspruch für Mai 2020 lautet: Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1. Petrus 4,10

Was für ein weises Wort!

Hier wird nicht erwartet, dass ein Schlosser einen Frankfurter Kranz zaubert, oder dass die Frau, die an der Nähmaschine unschlagbar ist, einen vierstimmigen Satz schreibt. Hier ist auch nicht gemeint, dass jemand der nicht ganz so musikalisch ist, ein Solo singen soll.

Und jemand, der den Umgang mit Worten nicht so gewohnt ist, soll auch keine große Rede halten. Aber wenn wir uns in unseren Gemeinden umsehen, dann gibt es so viele Begabungen. Der eine kann super organisieren, die Nächste ist sehr kreativ und kann wunderbare Sträuße kreieren. Ein anderer Mensch kann herrlich backen oder kochen. Der oder die Nächste können wirklich so putzen, dass für eine Weile wieder Grund in die Räumlichkeiten gebracht wurde. Andere Menschen können wunderbar zuhören und, und und…

Was können Sie wirklich gut???

Ich weiß nicht, ob Sie sich darüber jemals Gedanken gemacht haben. Und was davon können Sie in unser Gemeindeleben einbringen?

Damit Sie jetzt nicht gleich Angst bekommen, schlage ich vor, dass Sie das, was Sie gut können nur einmal im Jahr ins Gemeindeleben einbringen. Wenn alle unsere Gemeindeglieder das machen würden, dann würde in unseren Gemeinden ganz viel passieren und unser Gemeindeleben würde wieder anfangen zu blühen.

Zurzeit ist es doch so, dass sich nur sehr wenige Menschen mit ihren Gaben einbringen und oft sind diese Menschen überfordert, weil sie die anstehenden Aufgaben gar nicht allein bewältigen können.

Wenn Sie die Möglichkeit sehen, sich an einer Stelle mit Ihrer Begabung einzubringen, dann melden Sie sich bitte bei Ihren Kirchenältesten oder bei mir und wir schauen dann, wo und wann wir Ihre Begabung einsetzen können. Zu seiner Ehre und zum Wohl der Gemeinde!

Ist Ihnen während des Lesens schon etwas eingefallen?

Mir ja! Ich werde etwas in einer Gemeinde machen, wo schon ewig und drei Tage nichts mehr los war. Und der Erlös aus dieser Aktion soll dafür verwendet werden, dass genau an solchen Orten auch etwas passiert! Für unsere Gemeindeglieder und die Menschen, die dort leben.

Bleiben Sie behütet und seien Sie mutig wenn es darum geht, Ihre Gabe einmal im Jahr einzubringen und vertrauen Sie darauf, dass Gott auch in diesen Zeiten bei uns ist.

Ich weiß nicht, was für Geschichten Sie in dieser Zeit erlebt haben oder gerade erleben, aber ich freue mich, auf unser Wiedersehen in unseren Gruppen und Gottesdiensten und bin mir sicher, dass wir auch viele Mutmachgeschichten hören werden, die davon erzählen wie Gott auch in sehr schwierigen Zeiten wunderbar wirken kann.

 

Ihr & Euer Pastor J. Brilling